Schnittblumen ohne schlechtes Gewissen
Boom. 63 Millionen Amerikaner treffen
ihre Kaufentscheidungen nach
Nachhaltigkeitskriterien. Mit entsprechenden
Produkten werden rund 230
Mrd USD pro Jahr umgesetzt. Seit
2001 sind in den USA auch organisch
angebaute Schnittblumen
gefragt. Als Erfinder dieser Geschäftsidee
gilt Gerald Prolman, CEO von
OrganicBouquet.com. 2003 wurden
in den USA umweltfreundlich
gezüchtete Schnittblumen für
8 Mio USD verkauft, um 52% mehr als
im Jahr zuvor. Nach Prognosen der
US Organic Trade Association soll
der US-Markt für umweltpolitisch korrekte
Blumen bis 2008 jährlich um
13% zulegen. 70% der in den USA
verkauften Schnittblumen werden
importiert. In Großbritannien werden
85% der Schnittblumen eingeführt,
Tendenz steigend. Briten geben
pro Jahr immerhin 1,5 Mrd GBP für frische
Blumen aus.
Kenia hat sich zu einem der größten
Exporteure gemausert. Nach einem
Bericht der britischen
Tageszeitung
The
Guardian wurden
allein im
vergangenen
Jahr 19.000 t
frische Schnittblumen
aus
Kenia nach
England importiert
und dabei
33.000 t CO2
emittiert .
In Deutschland
wurden
2005 laut Statistischem
Bundesamt
177.119 (2004:
193.224) t frische
Schnittblumen
eingeführt.
Wert:
773,2 (844,1)
Mio EUR. Spitzenreiter
waren
dabei Rosen
(38.749 t) vor
frischen Chrysanthemen (8.569 t) und
Nelken (7.858 t).
Seit kurzem ist zumindest in den
USA auch der Transport der online
georderten OrganicBouquet-Schnittblumensträße
klimafreundlich. Durch
den Ankauf von Minderungszertifikaten
über The Climate Trust gestaltet
OrganicBouquet den Transport
jetzt klimaneutral. Möglich wird dies
den Angaben zufolge über eine Beteiligung
von Organic Bouquet am Truck
Stop Electrification Program von The
Climate Trust.
Wie in Ausgabe 10 berichtet, können
sich Lkw-Fahrer in einigen USBundesstaaten
über eine Art Stromzapfsäule
mit Strom für Klimaanlage,
Kühlschrank und Fernseher versorgen.
275 solcher Zapfsäulen sollen
entlang der Interstate 5 errichtet
werden. Dadurch lassen sich laut
The Climate Trust in den kommenden
16 Jahren rund 90.000 t CO2 einsparen.
Das entspricht der Stilllegung von
16.000 Autos.
Neuseeland kämpft mit
Rückgang der Waldflächen
Rückgang. Mit einem unerwarteten
Problem sieht sich die neuseeländische
Regierung konfrontiert:
Die Waldbestände dürften in diesem
Jahr mit 7.000 ha starker schrumpfen
als jemals zuvor, berichtet der
New Zealand Herald in seiner Onlineausgabe.
2005 seien erstmals seit
zwei Jahrzehnten 1.000 ha Wald
weniger neu angepflanzt worden als
Bäume gefällt wurden. Dadurch könnte
das Land Schwierigkeiten mit dem
Erreichen seines Kyoto-Ziels bekommen.
Forstunternehmen ließen in
den vergangenen Tagen durchblicken,
dass sie keine Neuaufforstungen
vornehmen wollen. Gleichzeitig
werden 9.000 ha zu Weideland, weitere
30.000 ha auf der Nordinsel werden
zu Bauland für Milchhöfe umgewidmet.
Eigentlich müsste Neuseeland die
bewaldete Fläche aber erhöhen, um
seine Kyoto-Ziele erreichen zu können.
Das Kyoto-Protokoll räumt Neuseeland
handelbare Minderungszertifikate
für Edelholzwaldflächen ein,
die seit 1990 angelegt wurden. Diese
Kredite können dann weltweit gehandelt
werden, wenn die CO2-Emissionen
des Landes unter dem Zielwert
liegen, ansonsten müssten Zertifikate
angekauft werden.
Anders als von den Forstbetrieben
gewünscht, hat die Regierung
die Verstaatlichung dieser Zertifikate
beschlossen. Die Unternehmen
beklagen, dass noch bis zum 31.
Dezember 2007 die Umwandlung von
Waldflächen in andere Bebauungsformen
dadurch fördere, dass sie keine
Strafen gegen solche Umwidmungen
verhängt.
Anders als von den Forstbetrieben
gewünscht, hat die Regierung
die Verstaatlichung dieser Zertifikate
beschlossen. Die Unternehmen
beklagen, dass noch bis zum 31.
Dezember 2007 die Umwandlung von
Waldflächen in andere Bebauungsformen
dadurch fördere, dass sie keine
Strafen gegen solche Umwidmungen
verhängt.
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